2014 rief Bücherphilosophin Katarina die Rubrik “Die Sonntagsleserin” ins Leben, die schnell viele begeisterte Leser fand und andere Blogger zum Mit- und Nachmachen motivierte. Jeden ersten Sonntag im Monat werfe ich daher einen Blick zurück auf jene (Blog-)Beiträge und Webseiten-Neuentdeckungen, die mir im Vormonat besonders gefielen und die von euch entdeckt werden sollten.
Buch-, Hörspiel- und Serienbesprechungen
Jonathan Safran Foers neustes Buch liegt leider seit meinem Londontrip noch ungelesen im Regal, aber die Besprechung von thursdaynext auf Feiner reiner Buchstoff macht ausgesprochen große Lust, „Here I am“/ „Hier bin ich“ endlich zu lesen.
Ein Buch, dass mich überhaupt nicht überzeugen konnte, aber ansonsten gefühlt überall im Netz gefeiert wurde, ist „Die Nachtigall“ von Kristin Hannah – daher war ich ganz froh, zu erfahren, dass ich mit meiner Meinung doch nicht allein dastehe: Auch Alexandra von The Read Pack kann dem Roman wenig abgewinnen.
Bis dato völlig unbekannt hingegen war mir „Shark“ von Will Self, das seine Leser regelrecht herausfordert, aber ein „Trip der besonderen Art“ sei, wie Marcus auf BücherKaffee resümiert.
Ein Buch geschrieben aus der Sicht eines Fötus? Ja, genau das hat Ian McEwan in „Nutshell“ ausprobiert. Ob und wenn ja, wie das funktioniert, verrät Ute auf buchstapelweise.
„Raffiniert, voller Rhythmus und Poesie erzählt Gerhard Jäger von der Magie, aber auch von der Brutalität eines Ortes, der aus Raum und Zeit gefallen scheint.“ Über welchen Roman Bloggerkollegin Mina diese Zeilen schreibt und was dieses Buch sonst noch lesenswert macht, erfahrt ihr auf Aig an taigh.
Wie sehnsüchtig habe ich auf die zweite Staffel von „Monster 1983“ gewartet! Um die Zeit bis Staffel 3 zu überbrücken, genieße ich das Hörspiel daher nun in extra kleinen Dosierungen. Wer wissen will, ob die Fortsetzung mit der Auftaktstaffel mithalten kann, der sollte statt bei mir also lieber bei Miss Booleana und buchstapelweise vorbeischauen.
Die auf dem gleichnamigen Roman von Philip K. Dick basierende Amazon-Serie „The Man in the High Castle“ folgt dem Gedankenexperiment, wie die USA heute wären, wenn der Zweite Weltkrieg anders geendet hätte und die Bundesstaaten der USA auf Deutschland und Japan aufgeteilt worden wären. Anna von liveyourlifewithbooks hat die Produktion gesehen und zeigt sich begeistert.
Lesenswertes rund um die Welt der Bücher
Ilja von Muromez hatte das Glück, den Nabokov-Übersetzer Dieter E. Zimmer zu interviewen. Sehr spannend zu lesen! Besonders interessant fand ich, wie vertraut ein Übersetzer nach so vielen Jahren mit dem Denken und Wesen des Autors wird, selbst wenn sich beide (fast) nie von Angesicht und Angesicht gesehen haben.
Auf npr führt Glen Weldon einen fiktiven Dialog, in dem hervorragend deutlich macht, warum Marketingbegriffe wie „Graphic Novel“ und „Graphic Memoir“ endlich aus dem Wortschatz verschwinden sollten und man die Werke endlich bei ihrem „richtigen“ Namen benennen sollte: Comic.
Die Wahl des nächsten US-Präsidenten ließ selbstverständlich auch die Buchbloggerwelt nicht kalt und der ein oder andere hat sich auf literarische Weise mit Trumps Wahlsieg und der damit verbundenen grausigen Zukunft auseinandergesetzt: Elli von wortmagieblog hat sich beispielsweise gefragt, wie die Menschen in einer Fantasywelt wohl mit einem Sieg eines machtgeilen, hasserfüllten Populisten umgehen würden; und Lena von Büchernest und ich empfehlen Bücher, die zeigen, wohin Hass und Vorurteile führen und an ein respektvolles Miteinander appellieren.
Und sonst so?
Simpel, aber eindrucksvoll: Die Seite clickclickclick zeigt euch live und in Textform euer Verhalten beim Besuch der Seite und legt exemplarisch offen, was bzw. wie euer Verhalten abgespeichert wird und welche Rückschlüsse sich daraus ziehen lassen.
Digitale Spuren ade?! Die beiden Schweden Wille Dahlbo und Linus Unnebäck haben einen Weg gefunden, wie ihr eure Daten aus Apps und Diensten löschen könnt: Auf Deseat.me loggt ihr euch zunächst mit eurem Google-Konto an. Daraufhin spuckt euch die Seite alle Dienste aus, die mit diesem Konto verknüpft sind, sprich auch jene Anwendungen, die ihr nicht mehr nutzt und dir ihr von euren Geräten gelöscht habt. Mit einem Klick könnt ihr anschließend unerwünschte Konten endgültig löschen.
Liebe Kathrin,
Es ist echt interessant – ich glaube entweder man mag die Nachtigall oder nicht. Ich hab jetzt schon einige Rezensionen gelesen .. ähm und werde es mir so schnell nicht zulegen ;-) Gestolpert bin ich gerade bei „ein Buch aus Sichtweise eine Fötus“ – klingt äußerst schräg, muss ich gleich mal nachlesen!
Danke für die vielen Tipps, da werde ich jetzt parallel zum #litznetzwerk stöbern gehen!
Liebe Grüße & einen schönen 2. Adventssonntag
Kati
Hallo liebe Kati,
oh, hast du inzwischen wirklich schon mehrere negative Stimmen zur Nachtigall gelesen? Mir war bisher nur die von Alexandra bekannt. Aber ich kann verstehen, dass du dich trotz der überwiegenden Lobeshymnen mit einem Kauf zurückhältst. Mich erinnerte das Buch beim Lesen immer an Kostümfilme, bei denen es mehr um dramatische Emotion und üppig ausgestattete Kulisse ging anstatt um die wirklich historisch relevanten Aspekte. Meiner Meinung nach gibt es einfach genug andere, gelungene Bücher über die NS-Zeit, auch solche, die die Ereignisse aus französischer Sicht schildern (z.B. „Sarahs Schlüssel“ von Tatiana de Rosnay). In jedem Fall bin ich mir sicher, dass du auf deinem SUB noch genug andere Bücher hast, die deinen Lesegeschmack weit mehr treffen dürften und die deine Lesezeit mehr verdienen. :) „Die Nachtigall“ kannst du irgendwann auch als Leihexemplar oder auf anderem günstigen Wege ausprobieren, sofern dich die Geschichte in ein paar Monaten immer noch interessieren sollte. Zumindest handhabe ich es immer so mit Büchern, bei denen ich nicht sicher bin, ob sie meinen Geschmack treffen könnten. ;)
Viele Grüße und ein noch schönes Adventswochenende!
Kathrin
Liebe Kathrin,
viel zu lange lese ich hier schon still mit und das gilt auch ganz besonders für die Sonntagsleserin. Deshalb mag ich das #litnetzwerk so, denn auch Blogs, die ich gerne lese und bei denen ich durch den Alltag viel zu selten kommentiere, sind da endlich mal nicht nur Straßenbahnlektüre, sondern auch Kommentierspielwiese ;-)
Danke also für wunderbar schnell verfliegende Straßenbahnfahrten und Wartezimmersituationen ohne Buch (oder mit ausgelesenem Buch) und mach weiter so. Und ich versuche mich mit dem Kommentieren zu bessern ;-)
Liebste Grüße von der Elbe,
Sarah
Liebe Sarah,
ich hoffe, du machst dir wegen des Kommentierens kein schlechtes Gewissen! Mir (und auch anderen) geht es doch genau wie dir. Ich lese viele Blogbeiträge morgens beim Frühstücken oder unterwegs am Smartphone und da fehlt mir auf die Zeit zu kommentieren (abgesehen davon, dass das längere Tippen am Handy auch umständlicher ist und bei mir zu mehr Tippfehlern führt ;) ). Später, wenn die Zeit da ist, vergesse ich es dann wiederum, die tollen Artikel zu kommentieren.
Ich freu mich daher so oder so über deine Besuche hier :) (Auch wenn Kommentare natürlich immer schön sind, da so ein Blog ja auch vom Austausch lebt und keine Einbahnstraße sein sollte).
Liebe Grüße und danke für deine lieben Zeilen!
Kathrin
Sehr schön und vielfältig!
Die Nussschale wird gerade rezensiert. „Hier bin ich“ habe ich heute geschenkt bekommen. Kann ich aber noch nicht anfangen, ich muss mich erst durch deine Links lesen.
Hallo Silvia,
durch deine Rezension zur Nussschale habe ich mich schon gelesen. Ich bin froh, bei dir und anderen Bloggern positive Stimmen zum Buch zu lesen, da ich anfangs viel Negatives gehört hatte, aber das Konzept zu spannend klang, um es von der Merkliste zu streichen. :)
Liebe Grüße und einen schönen dritten Advent!
Kathrin